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Schlafprobleme und Stoffwechselerkrankungen

Nachdem wir Dir in dem letzten Artikel erklärt haben, wie Schlafmangel und das Auftreten psychischer Störungen zusammenhängen können, folgt nun ein Artikel, wie Schlafprobleme mit Stoffwechselerkrankungen zusammenhängen können. Auch dieser Zusammenhang leuchtet ein, denn der Körper hat im Schlaf die nötige Ruhe für Verdauungsprozesse und die Stabilisierung des Fetthaushaltes. Diese Aufgaben werden nur unzureichend bewältigt, wenn die Ruhephase des Körpers gestört wird. In diesem Artikel werden wir Dir erklären, warum Schlafprobleme mit Heißhungerattacken, Diabetes oder dem Auftreten einer Fettleber zusammenhängen.

Schlafmangel kann Heißhungerattacken verursachen

Nach einer langen Nacht mit wenig Schlaf hat man oft Lust auf Süßes und Fettiges. Wir erklären Dir kurz, warum das so ist: Es gibt zwei Hormone, die den Appetit regulieren: Leptin und Ghrelin.

Leptin senkt den Appetit, kann ihn aber auch steigern, während Ghrelin ihn senkt. Leptin wird in den Fettzellen des Körpers gebildet und informiert das Gehirn darüber, dass genug Energiereserven vorhanden sind. Leptin sinkt mit der Abnahme des Gewichts und leichtem Fasten. Die Aufgabe von Leptin ist es, dem Körper eine Bedrohung zu signalisieren und deshalb ein Hungergefühl wecken kann. Es wird vermutet, dass ein Schlafmangel ähnliche Folgen hat. Es ist also zu vermuten, dass gut Schlafen und ein angemessener Schlaf zusammenhängen, aber was es mit dieses Hormone und der Schlaf des Menschen im Detail auf sich hat, ist weniger klar.

Bei Versuchen mit Tieren und Menschen hat man herausgefunden, dass Schlafentzug mit einem gesunkenen Leptinpegel und einem gesteigerten Ghrelin Pegel geführt hat, was als Konsequenz zu einem erhöhten Appetit geführt hat. Bei jungen Männern mit Schlafmangel konnte ein um 18 % gesunkener Leptinpegel und ein Ghrelin Pegel festgestellt werden, der einen um 23 % erhöhten Appetit bedingte, im Vergleich zu den Hormonspiegeln, die bei einem gesunden Schlaf zu ermitteln waren.

Schlaflosigkeit führt zu einem Anstieg des Ghelins und einem Sinken des Leptins. Ghelin, das Hormon, dass das Appetitgefühl steigert, wird erhöht, während die ausgleichende Wirkung des Leptins sinkt. In der Praxis bedeutet das, dass wir nach einer schlechten Nacht oft mit einem Gefühl von Heißhunger aufwachen. Teilnehmer von wissenschaftlichen Studien waren nach einer Nacht mit wenig Schlaf eher bereit, mehr Geld für Essen auszugeben. Deshalb können Anflüge von Heißhunger die Folge einer schlechten Nacht sein. [1]

Schlafmangel und Adipositas

Es gibt aber auch Zusammenhänge zwischen der Leptinkonzentration im Körper und dem überhöhten Body-Mass-Index bei einigen Menschen. Dieser geringe Leptinmangel könnte die Probleme einiger übergewichtiger Menschen wie Appetitsteigerung erklären. Wissenschaftliche Studien wiesen darauf hin, dass ein verringerter Leptinspiegel auf Dauer auch Folgeerkrankungen wie Adipositas und Diabetes Melitus Typ II zur Folge haben könnte. Es sind auf diesem Gebiet sicher weitere Forschungen nötigt, aber es kann festgehalten werden, dass genug schlaf, der erholsam ist, gleichzeitig auch für eine gesunde Appetitregulation steht.

Wie steht es nun mit Adipositas und Essstörungen bei Schlafmangel? Wer weniger als 6 Stunden in der Nacht schläft, hat das Risiko, einen erhöhten Body-Mass-Index zu erreichen. Das Risiko für Übergewicht steigt bei Personen, die vier Stunden oder weniger in einer Nacht schlafen um 73%. Woran liegt das?

Der Zusammenhang liegt nahe, dass Schlafmangel zu Müdigkeit und Trägheit führt und damit zu weniger körperlicher Aktivität am Tag. Körperliche Aktivität hilft einerseits, dass man abends eher zur Ruhe findet und besser schläft, es entwickelt sich also ein Teufelskreis. Dazu kommt, dass unruhige Nächte dazu führen, dass der Körper das Stresshormon Kortisol ausschüttet, dass unter anderem dafür verantwortlich ist, dass sich Fett im Bauchraum ansammelt.

Dieses Fett ist besonders unvorteilhaft, weil es wiederum belastend für den Stoffwechsel ist. Patienten mit erhöhtem Bauchfett haben wiederum ein erhöhres Risiko an Diabetes Melitus und Atherios Sklerose zu erkranken. [3]

Grundsätzlich Gilt, dass Bauchfett, was man durch „hineingreifen“ fühlt, sollte man sich abtrainieren. Das Bauchfett, was man sieht, sowieso.

Ob Adipositas eindeutig auf zu wenig Schlaf zurückzuführen sei, ist unklar. Es kann aber festgehalten werden, dass zu wenig schlaf generell das allgemeine Wohlbefinden senkt und damit sollte auch die Verbesserung der eigenen Schlafgewohnheiten ganz oben auf der Liste stehen, wenn man seine Gesundheit verbessern will.

Es wird vermutet, dass Schlafmangel zu einer reduzierten Sensibilität des Körpers auf Insulin führen kann. Das Ergebnis einiger Studien war, dass Patienten, die angaben, wenig Schlaf in der Nacht zu bekommen, eher an Diabetes erkrankten als die, die angaben, sieben oder mehr Stunden in der Nacht zu schlafen, aber auch diejenigen, die angaben, mehr als acht Stunden Schlaf in der Nacht zu bekommen. Es kann also festgehalten werden, dass sowohl zu wenig Schlaf als auch zu wenig Schlaf zu einem erhöhten Risiko führen kann. [4]

Fettleber ist eine Ansammlung von Fett in der Leber, eine klassische Folgeerscheinung von übermäßigem Alkoholkonsum. Studien haben nun gezeigt, dass das Risiko, an einer Fettleber zu erkranken, bei geringem Alkoholgenuss oder Abstinenz mit Auffälligkeiten im Schlaf zusammen hängt. Ähnlich wie bei der schwindenden Insulinsensibilität des Körpers, die in dem Absatz oben beschrieben wurde, betrifft dieses Prtoblem einerseits die Patienten, die angaben zu wenig Schlaf zu bekommen, wie auch diejenigen, die mehr als acht Stunden Schlaf pro Nacht abbekamen. [5]

Es bleibt festzuhalten, dass einige dieser Erkrankungen sicher nicht allein auf den Mangel an Schlaf zurückzuführen sind. Aber zu wenig Schlaf ist für den Körper immer ein Stressfaktor und kann helfen – wir Du in diesem Artikel gelesen hast – das Risiko für einige schwerwiegende Erkrankungen zu verringern.

Quellen:

  • [1] Rihm, J., Menz, M., Schultz, H. et.al. (2019). Sleep Depreivation Selectively Upregulates an Amygdala-Hypothalamic Circuit Involved in Food Reward. In The Journal of Neuroscience. (S. 888 – 899)
  • [2] NN (1997): Körperfett- und Leptinkonzentration: Bei Übergewichtigen. In: DAZ 1997, Nr. 28, 06.07.1997
  • [3] Doris Gabel (2011): Schlafmangel macht dick? ifb-adipositas.de
  • [4] Schlafmangel beeinflusst HbA1c und OGTT diabetes-news.de
  • [5] Schlank im Schlaf – Wie Ihr Schlaf Ihre Figur beeinflusst bodymed.com